Erfahrungsbericht

Mit dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm können nicht nur Schüler*innen, sondern auch junge Berufstätig in die USA. Pia hat's gemacht!

Pias PPP in den USA

Mein Name ist Pia, ich bin 25 Jahre alt und habe gerade meine Ausbildung zur Tourismuskauffrau abgeschlossen. Aktuell verbringe ich mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) ein Jahr in den USA. Zunächst habe ich ein Semester am College studiert, jetzt mache ich ein Praktikum. Nachdem ich nach der Schule bereits ein Work & Travel in Kanada gemacht hatte, wusste ich: Ich möchte noch einmal für längere Zeit ins Ausland. Gleichzeitig war ich mir nach meiner Ausbildung noch nicht sicher, wie es beruflich weitergehen soll. Das PPP war deshalb die perfekte Möglichkeit, etwas Neues zu erleben und mich persönlich weiterzuentwickeln. 

Auf das PPP bin ich über meine Berufsschule aufmerksam geworden. Dort haben uns amerikanische Austauschschüler*innen besucht und das Programm vorgestellt. Viele wissen gar nicht, dass das PPP in beide Richtungen funktioniert: Deutsche gehen in die USA und amerikanische Teilnehmende kommen nach Deutschland.

Der Bewerbungsprozess beginnt mit einer Online-Bewerbung. Wer dort überzeugt, wird zu einem Auswahltag eingeladen. Dort erwarten einen Gruppenaufgaben und Einzelgespräche. Die endgültige Auswahl trifft anschließend die oder der Bundestagsabgeordnete des jeweiligen Wahlkreises. Das macht das Programm zu etwas Besonderem, denn das PPP wird vom Deutschen Bundestag und dem US-Kongress gefördert.

Für mich ging es schließlich nach Utica im Bundesstaat New York. Wo man landet kann man sich nicht aussuchen. Die Organisation, die das PPP betreut entscheidet über die College-Platzierung. Beim Praktikum sieht es etwas anders aus, das sucht man sich selbst. Normalerweise dann in der gleichen Stadt wo man zum College geht, aber es gibt auch Ausnahmen - wie bei mir :-)

Zuerst durfte ich den amerikanischen Campus-Alltag in Utica hautnah erleben. Besonders begeistert hat mich, wie viel neben dem Unterricht angeboten wurde. Es gab ständig Veranstaltungen auf dem Campus: kreative Abende, Open-Mic-Events, sogar ein Oktoberfest. Eigentlich war jede Woche etwas Neues los. Ich musste zwar Tests mitschreiben und auch Arbeiten abgeben, aber da ich nur 3 Kurse besuchte, hatte ich auch viel Freizeit. Ich habe im Wohnheim gelebt und mich dort sehr wohlgefühlt. Die Wege zu den Kursen waren kurz, es gab viele Gemeinschaftsräume und zahlreiche Möglichkeiten, neue Leute kennenzulernen. Dadurch hatte ich das Gefühl, ein echter Teil des College-Lebens zu sein. Natürlich wäre auch eine Gastfamilie eine spannende Erfahrung gewesen. Durch einen anderen PPP-Teilnehmer hatte ich die Möglichkeit, Einblicke in das Leben einer Gastfamilie zu bekommen, und wurde dort immer herzlich aufgenommen. Am Ende hat man auf die Platzierung keinen Einfluss – und genau das gehört auch zum Abenteuer dazu. Man lernt, offen zu bleiben und die eigene Komfortzone zu verlassen.

Ein wichtiger Bestandteil des PPP ist außerdem das Praktikum. Nach der College-Phase sammelt man praktische Berufserfahrungen in einem amerikanischen Unternehmen oder einer Organisation. Ich bin dafür nach Conneticut gezogen, weil mein Ausbildungsbetrieb dort einen Auslandsstandort hatte. Schon in den ersten Wochen sind mir einige Unterschiede zur deutschen Arbeitswelt aufgefallen, zum Beispiel dass alle sich dutzen und beim Vornamen ansprechen. 

Auch wenn der Hauptfokus des PPP ein akademisches und kulturelles Programm und nicht das Reisen ist, hatte ich immer wieder die Möglichkeit während der College-Zeit verschiedene Orte zu entdecken. Während des Praktikums ist das Reisen etwas eingeschränkter, dafür bleibt am Ende des Programms oft noch Zeit für größere Touren. Viele Teilnehmende nutzen die zusätzlichen Wochen vor der Rückreise für einen letzten Roadtrip. Auch ich habe mir vorgenommen, zum Abschluss noch einmal mit dem Camper durch den Südwesten der USA zu reisen.

Ein weiterer Bestandteil des Programms ist das Ehrenamt. Über die 10 Monate hinweg muss man mindestens 40 Ehrenamts-Stunden gesammelt haben. In Utica habe mich um schwer vermittelbare Katzen gekümmert, mit ihnen Zeit verbracht, ihnen vorgelesen ;) Auch nach meinem Umzug fürs Praktikum habe ich mich in einer Tierklinik engagiert. Sich ehrenamtlich zu engagieren ist ein großer Teil der amerikanischen Gesellschaft und daher auch super easy Möglichkeiten zu finden.

Wenn ihr euch für die USA interessiert, offen für neue Erfahrungen seid und Lust habt, euch persönlich weiterzuentwickeln, kann ich euch nur empfehlen, euch das PPP einmal genauer anzuschauen. Für mich war die Bewerbung eine der besten Entscheidungen überhaupt.

Pia steht vor dem Kapitol in Washington, D.C., während ihres Auslandsjahres mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm in den USA.
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